Pilze im Winter 2020

Viele Leute denken, es gäbe nur im Herbst Pilze. Dabei kann man das ganze Jahr über fündig werden. Natürlich gibt es in dieser kargen Jahreszeit keine so große Artenvielfalt wie im Spätsommer oder im Herbst. Nichtsdestotrotz finden sich sogar einige gute Speisepilze. Typische essbare Winterpilze sind beispielsweise der Samtfußrübling Flammulina velutipes, das Judasohr Auricularia auricula judae, der Austernseitling Pleurotus ostreatus oder der rauchblättrige Schwefelkopf Hypoloma capnoides.

Alte Birnenstäublinge im Winter 2020

Frost kann Pilze verderben

Gelegentlich wachsen auch bekannte Speisepilze noch sehr spät im Jahr. So können Steinpilze und Pfifferlinge manchmal bis in den Winter hinein gefunden werden. Allerdings sollten diese nicht mehr gesammelt werden, sobald es erste Fröste gab. Frost führt im Pilz zu Zellschäden, sodass diese rasch verderben. Werden die Pilze dennoch verzehrt ist eine Pilzvergiftung möglich, die einer Lebensmittelvergiftung gleichen würde. Typische Winterpilze haben sich an die niedrigen Temperaturen angepasst und überstehen leichte Fröste ohne zu verderben. Insbesondere Samtfußrüblinge sind sehr kälte- und frostunempfindlich.

Pilzfunde im Dezember & Januar

Das Samtfußrübling

Samtfußrübling im Dezember
Samtfußrüblinge (Flammulina velutipes) wachsen häufig erst nach dem ersten Frost und sind gute Speisepilze. Der Samtfußrüblinge kann auch gezüchtet werden.

Der Trompetenschnitzling

Gemeiner Trompetenschnitzling
Der gemeine Trompetenschnitzling (Tubaria furfuracea) ist ein typischer “little brown mushroom”. Als “little brown mushroom” bezeichnet man unscheinbare kleine braune Pilze, die teils schwer auseinander zu halten sind. Er ist ungenießbar.

Der blattartige Zitterling

Blattartiger Zitterling im Dezember 2020
Der blattartige Zitterling (Phaeotremella frondosa) wird hin und wieder mit dem Judasohr verwechselt. Die Verwechslung ist aber harmlos, denn beide Pilze sind essbar.

Die gewöhnliche Gelbflechte

Die gewöhnliche Gelbflechte
Die gewöhnliche Gelbflechte (Xanthoria parietina) ist praktisch überall zu finden. Im Gegensatz zu vielen anderen Flechten verträgt sie die mit Schadstoffen belastete Stadtluft gut.

Der kaffeebraune Gabeltrichterling

Kaffeebrauner Gabeltrichterling (
Ein kaffeebrauner Gabeltrichterling (Pseudoclitocybe cyathiformis) im Dezember. Er ist im Spätherbst und im Winter häufig zu finden und ist essbar. Er gilt aber als eher minderwertiger Speisepilz.

Der Austernseitling

Austernseitlings-Sporen
Ein Blick durch das Mikroskop: Sporen des Austernseitlings (Pleurotus ostreatus)

Der herbe Zwergknäueling

Herber Zwergknäueling
Der herbe Zwergknäueling (Panellus stipticus) ist ein unscheinbarer kleiner Pilz. Bekannt ist er für die Fähigkeit im Dunkeln zu leuchten. Aber leider sind nur die amerikanischen Vorkommen dazu fähig.

Die Schmetterlingstramete

Die Schmetterlingstramete Trametes versicolor
Die Schmetterlingstramete (Trametes versicolor) kann ganzjährig gefunden worden. Der Pilz ist ungenießbar, wird aber von einigen Pilzsammlern als Vital- und Heilpilz konsumiert. Der Pilz ist nicht als Arzneimittel zugelassen, klinische Beweise für seine Wirksamkeit fehlen.

Der warzige Drüsling

Der warzige Drüsling Exidia nigricans
Der warzige Drüsling (Exidia nigricans) sieht wenig appetitlich aus. Er ist ungenießbar.

Der abgestürzte Drüsling

Der abgestürzte Drüsling (Exidia glandulosa)
Der abgestürzte Drüsling (Exidia glandulosa) ist ein häufiger Pilz im Winter. Er wird immer wieder mit Judasohren verwechselt. Die Verwechslung ist aber nicht dramatisch – der abgestürzte Drüsling ist nur ungenießbar.

Das Judasohr

Das Judasohr (Auricularia auricula judae)
Das Judasohr (Auricularia auricula judae). Er gilt als essbar, hat aber kein ausgeprägtes Aroma. Er kann gut getrocknet werden. Das Foto wurde im November aufgenommen.