Der Fliegenpilz – Amanita muscaria

Auf dem Bild sehen Sie ein Fliegenpilz im Gestrüpp
Der Fliegenpilz (Amanita muscaria)

Beschreibung

Hut: Die Hutoberfläche ist orangerot bis rot gefärbt und meistens mit weißen Schuppen belegt. Diese können aber auch fehlen. Die Huthaut ist abziehbar, der Hutrand leicht gerieft. Es handelt sich um einen großen Pilze mit bis zu 20cm Durchmesser.

Fleisch: Das Fleisch ist weiß. Nur unter der Huthaut ist es gelb-orange gefärbt.

Lamellen: Die Lamellen sind weiß bis leicht gelblich und stehen frei.

Stiel: Der Stiel ist weiß bis leicht gelblich. Am Stiel findet sich eine deutlich Manschette (Velum paritale). Diese ist glatt, herabhängend und weiß bis leicht gelblich gefärbt. Die Stielbasis ist knollig verdickt und warzig gegürtelt.

Sporenpulver: Das Sporenpulver ist weiß.

Geruch: Mild, pilzig.

Geschmack: Mild, angenehm.

Auf dem Bild sehen Sie den Hut eines Fliegenpilzes von oben
Roter Hut mit weißen Schuppen
Auf dem Bild sehen Sie die Lamellen eines Fliegenpilzes
Frei stehende Lamellen
Auf dem Bild sehen Sie die Manschette eines Fliegenpilzes
Herabhängende, glatte Manschette
Auf dem Bild sehen Sie die Knolle eines Fliegenpilzes
warzig gegürtelte Knolle

Galerie

Verwechslungsmöglichkeiten

Verwechslung mit dem Kaiserling (Amanita caesaria)

Verwechslungen sind aufgrund des einzigartigen Aussehens und seiner Bekanntheit selten. Dennoch kommt es hin und wieder zu Vergiftungen, da Fliegenpilze für Kaiserlinge gehalten werden. Insbesondere, wenn die weißen Schuppen auf dem Hut fehlen, sehen sie sich auf den ersten Blick ähnlich. Um die Arten sicher zu unterscheiden sollte auf die Stielbasis geachtet werden:

  • Der Kaiserling hat eine eine Knolle mit sackartiger Scheide,
  • Der Fliegenpilz weist an der Knolle Warzengürtel auf.

Zudem ist der Kaiserling an den Lamellen und am Stiel intensiv gelb gefärbt, der Fliegenpilz hingegen weiß bis allenfalls leicht gelblich.

Der Kaiserling ist in Deutschland streng geschützt und darf daher nicht gesammelt werden!

Auf dem Bild sehen Sie ein Fliegenpilz, bei dem der Regen die Schuppen fast komplett weggewaschen hat.
Der Regen hat bei diesem Fliegenpilz die Schuppen größtenteils weggewaschen.

Verwechslung mit Stäublingen & Bovisten

Junge Fliegenpilze können zudem mit Stäublingen oder Bovisten verwechselt werden. Eine sichere Unterscheidung ist möglich, wenn der Pilz aufgeschnitten wird:

  • Stäublinge und Boviste sind im Inneren weiß, wobei keine Strukturen wie beispielsweise Lamellen zu sehen sind
  • Der Fliegenpilz ist unter der Gesamthülle orange/rot gefärbt. Zudem sind Stiel, Hut und Lamellen erkennbar.
Auf dem Bild sehen sie einen sehr jungen Fliegenpilz, der noch von der Gesamthülle bedeckt ist.
Junger Fliegenpilz mit intakter Gesamthülle
Auf dem Bild sehen sie einen sehr jungen Fliegenpilz in Seitenansicht, der noch von der Gesamthülle bedeckt ist.
In Seitenansicht
Im Anschnitt

Vorkommen & Ökologie

Vorkommen

Der Fliegenpilz ist weit verbreitet und zumeist bei Fichten oder Birken zu finden. Die Fruchtkörper werden vom Sommer bis in den Spätherbst gebildet, wobei die meisten Fruchtkörper im September und Oktober zu finden sind.

Ökologie

Beim Fliegenpilz handelt es sich um ein Mykorrhiza-Pilz, er geht also eine Symbiose mit Bäumen ein. Bevorzugte Symbiosepartner sind Fichten und Birken. Vom Pilz erhält der Baum Mineralstoffe und Wasser, im Gegenzug dazu liefert der Baum dem Pilz Energie in Form von Zucker. Es wird eine Ektomykorrhiza gebildet.

Toxikologie

Wie auch der Pantherpilz enthält der Fliegenpilz Ibotensäure und Muscimol als Giftstoff.

Es sind keine klinisch relevanten Mengen Muscarin enthalten! Hauptverantwortlich für die Giftwirkung ist Ibotensäure und Muscimol.

In Arbeit!

Wissenswertes

Der Fliegenpilz ist der Pilz des Jahres 2022!

Der Fliegenpilz als Zeigerpilz

Der Fliegenpilz benötigt ähnliche Bodenverhältnisse wie der Steinpilz (Boletus edulis). Wenn in einem Waldabschnitt mit Fichten reichlich Fliegenpilze wachsen lohnt es sich, etwas genauer nach Steinpilzen zu schauen. Die Chancen sind besonders groß, wenn zusätzlich auch Pfeferröhrlinge und Mehlräslinge zu finden sind.

Verwendung als Droge bzw. Rauschmittel

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Häufige Fragen

Ist der Fliegenpilz tödlich giftig?

Bisher sind keine tödlichen Vergiftungen beim Menschen bekannt geworden. Der Fliegenpilz gehört daher nicht zu den tödlich giftigen Pilzen. Allerdings sind die selben Giftstoffe wie beim Pantherpilz enthalten, welcher bereits zu zahlreiche Todesfällen geführt hat.

Kann man einen Fliegenpilz anfassen?

Der Fliegenpilz ist zwar giftig, der Hautkontakt ist jedoch unbedenklich. Generell sind Pilze, die in Deutschland vorkommenden, nicht kontaktgiftig.

Wie entstehen die weißen Punkte beim Fliegenpilz?

Die weißen Punkt (Schuppen) auf dem Hut des Fliegenpilzes sind die Reste der Gesamthülle, welche den jungen Pilz umschlossen und somit geschützt hat. Beim Wachstum zerreißt die Hülle, wobei die Reste als weiße Punkte / Schuppen auf dem Hut verbleiben.

Kann der Fliegenpilz gezüchtet werden

Das Myzel lässt sich unkompliziert auf Kartoffelextrakt-Glukose-Agar kultivieren. Als Mykorrhiza-Pilz kann der Fliegenpilz unter künstlichen Bedingungen allerdings nicht zum Fruchten gebracht werden.

Quellen

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